Kernkraftwerksfernüberwachung Schleswig-Holstein - Über KFÜ-SH
Bereits seit 1981 wird in Schleswig-Holstein durch die atomrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde die Kernkraftwerksfernüberwachung (KFÜ) betrieben und ständig weiterentwickelt.
Neben der kontinuierlichen Überwachung
von Emissionswerten,
ausgewählten anlagentechnischen Parametern
und meteorologischen Ausbreitungsbedingungen
an den Standorten der Kernkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf wurde ein
ortsfestes Messnetz zur Erfassung der Gamma-Ortsdosisleistung (ODL)
in der Umgebung der Anlagen bis zu einer Entfernung von 25 km eingerichtet.
Die Bedeutung der Kernkraftwerksfernüberwachung liegt einerseits in der Nutzung als Instrument der täglichen atomrechtlichen Aufsicht. Andererseits erlaubt die KFÜ-SH die Beobachtung der Strahlenexposition in der Umgebung im Zusammenhang mit den Emissionen und den Ausbreitungsbedingungen. Die Kernkraftwerksfernüberwachung besitzt daher auch große Bedeutung für den Katastrophenschutz.
2002 wurde in Schleswig-Holstein das ODL-Messnetz vollständig erneuert. Dabei ging es um
den Einsatz moderner Strahlenmesstechnik und Datenübertragung entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik,
die Neustrukturierung des Messortkonzeptes gemäß den aktuellen Überwachungsaufgaben und den Anforderungen des Katastrophenschutzes.
Eine der in der KFÜ-SH zur Umgebungsüberwachung eingesetzten Funkmesssonden Genitron Gamma-Tracer GT-Wide-XL-F
Bei der Neufestlegung der ca. 80 landeseigenen KFÜ-Messorte wurde davon ausgegangen, dass durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bereits bundesweit ein Netz von ortsfesten ODL-Messstationen betrieben wird, von denen sich ca. 60 in der 25 km-Zone der Kernkraftwerke befinden.
Die KFÜ-Messstationen sind so angeordnet, dass sie sich mit den BfS-Messstationen zu einem gleichmäßigen und dichten Messnetz ergänzen, das der Aufteilung der Umgebung in Katastrophenschutz-Zonen und -Sektoren Rechnung trägt.
Die Daten der mitbenutzten BfS-Stationen werden in die Datenbank der KFÜ-SH übernommen.
Die Daten der KFÜ-Stationen werden für die BfS-Zentrale bereitgestellt.
Der Nutzen besteht für das Bundesamt für Strahlenschutz und für die atomrechtliche Aufsichtsbehörde in Schleswig Holstein gleichermaßen darin,
mit dem Zugriff auf insgesamt circa 140 Messstationen an der Unterelbe über ein dichteres Radioaktivitätsmessnetz als bisher und damit auch
online über den gleichen Datenbestand zur Beurteilung der radiologischen Lage zu verfügen.